"Clickertraining" - Was ist das??


Um mit dem Clickertraining anzufangen, braucht man natürlich einen Clicker.

Was ist denn nun überhaupt ein Clicker??
Ein Clicker ist ein kleines Kunststoffkästchen mit einer Metallplatte darin. Wenn man auf diese Metallplatte drückt, erscheint das typische Click-Clack, welches viele noch von den Kinderknackfröschen kennen. Der Clicker ist also eigentlich nichts anderes als ein Knackfrosch. Nur stabiler als das Kinderspielzeug.
Erhältlich ist der Clicker mittlerweile in vielen guten Zoofachhandlungen und auf Hundeausstellungen. Wenn man in einer Hundeschule mit dem Clickertraining beginnt, kann man in der Regel auch dort einen Clicker erwerben.

Warum soll man überhaupt mit dem Clicker arbeiten?
Es gibt eine ganze Reihe von Vorteilen, warum man bei der Hundeerziehung einen Clicker einsetzten sollte. In erster Linie geht es darum, den Hund in genau dem richtigen Moment für sein Verhalten zu belohnen und bei der Erziehung und Ausbildung keinen Zwang auszuüben.
Wenn der Hund z.B. das Apportieren lernen soll, kann man in genau der Sekunde, in welcher der er den Ball o.ä. aufhebt, den Clicker einsetzen. So weiß der Hund ganz schnell, daß genau das Verhalten - Ball aufheben - richtig war. Oder ein anderes Beispiel: Der Hund ist 10 m vom Menschen entfernt und man gibt das Kommando “Sitz”. Der Hund setzt sich promt hin. Wie wäre es ohne Clicker nun möglich, dem Hund innerhalb einer 1/2 Sekunde zu zeigen, daß genau dieses Hinsetzten richtig war? Das ist gar nicht möglich, denn man müßte ihm das Leckerchen dann schon genau in der Sekunde zuwerfen. Der Clicker läßt sich auf Entfernung einfach hervorragend einsetzen. So kann man dem Hund auch von weitem zu verstehen geben “Hast Du toll gemacht!!”. Beim Clickertraining lernt der Hund auch, daß er erst nach Ausführen der Übung die Belohnung bekommt.Wenn nämlich ständig mit einem Leckerchen in der Hand gearbeitet wird, kann es passieren, daß der Hund ohne Leckerchen in der Hand die Lust bzw. die Motivation verliert. Wenn er aber ständig darauf gespannt ist, wann der Click kommt, arbeitet er wesentlich konzentrierter, um ja keinen Click zu verpassen.
Außerdem klingt der Clicker immer gleich, während unsere Stimme je nach Laune oder Motivation immer anders klingen kann. Der Hund spürt genau, ob wir gerade wirklich gute Laune haben oder vielleicht doch nicht. Durch den Clicker belohnt man also immer gleich gut.

Woher weiß der Hund, was der Clicker bedeutet??
Natürlich ist die Voraussetzung für das Clickern die Konditionierung darauf, d.h. zuerst muß der Hund natürlich wissen, daß der Click ein Lob ist und daß darauf grundsätzlich eine Belohnung folgt. Diese Belohnung sollte immer ein tolles Leckerchen oder ein ganz besonders interessantes Spielzeug sein.
Zu allererst “bewaffnet” man sich mit einer Tüte ganz besonderer Leckerchen und natürlich mit dem Clicker. Ich habe mich dabei ganz einfach mit Anij auf den Boden gesetzt, habe geclickt und ihr ein Leckerchen gegeben. Das fand sie natürlich toll! Das Ganze habe ich so lange wiederholt (Click-Leckerchen), bis die Tüte leer war. Anij hat ganz schnell begriffen, daß nach dem Click ein Leckerchen folgt.
Nun kann es mit den Übungen losgehen!

Womit fange ich an?
Empfehlenswert ist es, zuerst eine Übung einzustudieren, welche im Alltag eigentlich nicht wichtig ist. So kann man ausprobieren, ob man selbst verstanden hat, wie man den Clicker einsetzt. Unsere erste Übung war das “Pfötchengeben”. Ich habe mich mit einem Leckerchen in der geschlossenen Hand auf den Boden gesetzt und Anij die Hand hingehalten. Natürlich wollte sie das Leckerchen!! Nun tat sie alles dafür, um es zu bekommen. Man wundert sich, wie erfinderisch ein Hund sein kann! Ich habe ihr keinerlei Hilfestellung gegeben und habe nur gewartet, daß sie das gewünschte Verhalten - Pfote an die Hand - von allein zeigt. Es hat auch keine Minute gedauert, da kratzte Anij mit ihrer Pfote an meiner Hand. Sofort bekam sie ihren Click und das Leckerchen aus der Hand. Nun wieder von vorn. Leckerchen in die Hand und warten. Nun kam das gewünschte Verhalten schon wesentlich schneller! Schon hatte sie es begriffen. Nun fing ich an, den Click hinauszuzögern. Es wurde nicht mehr bestätigt für das Kratzen an der Hand, sondern erst für das Pfötchen auf der Hand liegenlassen. Auch das ging ganz schnell. Der Befehl (z.B. “Pfötchen”) kam dann erst ganz zum Schluß, als wir das Verhalten komplett erarbeitet hatten. Insgesamt hat die ganze Übung keine Viertelstunde gedauert und Anij gibt heute mit großer Begeisterung für alles ihr Pfötchen!

Viel Spass beim Üben!!